Eine Indikation beantragen

Wenn Sie oder eine Person aus Ihrer Umgebung über einen längeren Zeitraum krank sind oder eine Beeinträchtigung haben, können Sie Unterstützung gebrauchen. Sie müssen bei der Gemeinde einen entsprechenden Antrag stellen, wenn Sie diese Hilfe erhalten wollen. Die Beantragung einer Indikation kann kompliziert sein. Denken Sie daher im Vorfeld gut über erforderliche praktische Angelegenheiten nach, bevor Sie sich an Ihre Gemeinde wenden. In diesem Artikel geben wir Ihnen 9 praktische Tipps, die Ihnen beim Antrag einer Indikation bei der Gemeinde helfen können.

Wie bereite ich mich optimal auf den Indikations-Antrag vor?

1. Versetzen Sie sich in die Lage des Profis.

Betrachten Sie Ihre Situation einmal mit anderen Augen. Wie sieht ein Außenstehender Ihre Situation? Lassen Sie die Emotionen außen vor und versuchen Sie, Ihre Bedürfnisse ganz klar zu formulieren. Denken Sie an einige wichtige Punkte, die Sie auf jeden Fall besprechen wollen.

2. Blick nach vorn

Denken Sie nicht nur an die jetzige Situation, sondern unbedingt auch an Ihre Zukunft. Was können Sie oder die hilfebedürftige Person jetzt noch schaffen, was später vielleicht nicht mehr möglich ist? Wo stehen Sie jetzt und wo in ein paar Jahren? Was glauben Sie, was Sie dann brauchen?

3. Stärken und Schwächen

Beschreiben Sie der Gemeinde, wie Ihre Situation derzeit aussieht und wo die Schwierigkeiten liegen. Beschreiben Sie deutlich, was genau schief läuft und warum. Vielleicht haben Sie bereits Ihre eigenen Lösungen für bestimmte Probleme? Achten Sie darauf, diese im Gespräch zu erwähnen. Auf diese Weise zeigen Sie der Gemeinde, dass Sie gerne mitdenken und selbst aktiv nach Lösungen suchen. Denken Sie an folgende Punkte:

  • Pflegeaufgaben
  • Betreuung im Alltag
  • Buchhaltung
  • Haushalt
  • Medizinische Angelegenheiten, wie Arzt- und Krankenhausbesuche
  • Hobbys und soziale Interaktion

4. Grenzen angeben – auch als Mantelzorger

Versuchen Sie vor allem, sich darüber klar zu werden, welche Mantelzorg in Ihrem sozialen Netzwerk bereits verfügbar ist. Weisen Sie auf die Konsequenzen für die Abweisung der Indikation durch die Gemeinde hin. Seien Sie während des Gesprächs offen und ehrlich. Was können Sie noch selbst erledigen? Wie viel dürfen und können Sie von Ihrem sozialen Netzwerk verlangen? Wann ist die Grenze erreicht?

5. Stift und Papier

Es ist ratsam, sofort zu Stift und Papier zu greifen, wenn man über diese Themen nachdenkt. So haben Sie schnell ein klares Bild von der Situation. Nehmen Sie diese Notizen auch zum Gespräch mit dem Amt mit. Dann haben Sie einen praktischen Spickzettel, wenn Sie dort zu diesen Themen befragt werden.

6. Zusammen ist man weniger allein….

Gehen Sie nicht mutterseelenallein zum Gespräch, sondern nehmen Sie noch mindestens eine Person mit. ie können z. B. ein Familienmitglied oder Ihren Mantelzorger mitbringen. Die Begleitpersonen können Sie bei dem Vorbringen Ihres Standpunkts unterstützen, aber sie können auch mitschreiben und Ihnen helfen, sich die Informationen zu merken. Besprechen Sie vor dem Gespräch die genannten Punkte und arbeiten Sie diese gemeinsam gut durch. Sorgen Sie dafür, dass alle Anwesenden wissen, welche Art von Unterstützung Sie benötigen.

7. Eigenanteil klären

Erkundigen Sie sich im Vorfeld über Ihren Eigenanteil, damit Sie keine Überraschungen erleben. Hilfe von der Gemeinde ist zwar toll, aber nicht, wenn man dafür eine enorme Summe hinblättern muss. Manchmal ist der Eigenanteil nämlich so unglaublich hoch, dass selbstorganisierte Hilfe viel günstiger ist.

8. Alles selbst regeln?

Wenn Sie eine Indikation beantragen, wird die Gemeinde Ihnen wahrscheinlich eine Pflege in natura (zorg in natura) anbieten. Zorg in natura bedeutet, dass die Gemeinde alles für Sie regelt, aber dabei auch entscheidet, wer Sie pflegt.

Sie haben jedoch immer das Recht, Ihren eigenen Pflegeplan vorzulegen und anzugeben, welche Pflege Sie benötigen. Dazu beantragen Sie ein persönliches Budget (pgb). Weisen Sie dann die Gemeinde während des Gesprächs darauf hin, dass Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen möchten.

9. Warum ein pgb?

Es ist wichtig, dass Sie genau erklären können, warum Sie sich für ein pgb entschieden haben. Ein Grund könnte sein, dass Sie jemanden einstellen wollen, den Sie kennen. Oder weil Sie eine Einrichtung gefunden haben, in der Ihnen geholfen werden soll, aber die Pflegeeinrichtung arbeitet nur mit pgb.

Die Gemeinde wird auch wissen wollen, wie Sie die Buchführung rund um Ihr pgb organisieren werden. Sie müssen mehrere Verträge unterzeichnen und Buch führen. So kann die Gemeinde sicher sein, dass Sie der Aufgabe gewachsen sind.

Wichtig zu wissen

  • Die Gemeinde kann Sie bei der Vorbereitung auf Ihr Indikationsgespräch unterstützen. Schließlich haben Sie Anspruch auf einen unabhängigen Unterstützer (cliëntondersteuner).
  • Sie können die Gemeinde um eine Aufzeichnung des Gesprächs bitten. Dann können Sie überprüfen, ob der Eindruck, den die Gemeinde von Ihrer Situation hat, auch richtig ist.
  • Die Gemeinde kann nach persönlichen Daten der Mantelzorger fragen. Wenn Sie das als eine Verletzung Ihrer Privatsphäre empfinden, können Sie dies ablehnen.
  • Auf der Website von Iederin finden Sie viele Infos über das pgb – und einige nützliche Vorlagen für Briefe, die Sie versenden können, wenn Ihr Antrag auf Indikation abgelehnt wurde.

Quelle: Reuma Amsterdam

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